Fachpublikationen
Projektgebiet Oberzeiring

Der große Reichtum der Zeiringer Lagerstätten veranlasste immer wieder einzelne Fachleute zu umfangreichen Untersuchungen. Wegen des hohen wissenschaftlichen Wertes dieser Befunde wurden einige der Untersuchungsarbeiten veröffentlicht und liegen in den Bergbaubiblitheken zur Einsichtnahme auf.

Die große Pölstalstörung mit ihrem vielfältigem Bruchnetz bildete ideale Aufstiegswege für das mehrmalige Aufsteigen der Erzlösungen. Prof. Dr. K. Metz schreibt in 1977 ; "Das Bruchsystem dringt in den Baukörper der Wölzer Tauern ein und erzeugt zwischen Möderbrugg und Pöls eine völlige Zerstückelung in den Marmoren durch ein intensives Bruchnetz"

Publikation über den Erzbezirk Unterzeiring

Archiv für Lagerstättenforschung in den Ostalpen,
Sonderband 2

Zwecks Hervorhebung wichtiger Textpassagen wurden diese - abweichend vom Orginaltext - kursiv und fett gedruckt und Leerzeilen eingefügt.
Im Jahr 1974 berichtet Dipl.-Ing. Dr. mont. Peter Walser über die Erzreviere im Bergland bei Unterzeiring:

"Südlich von Katzling erstreckt sich östlich der Klum-Hube das Grubenrevier D..... Mit Ausnahme der Grube V zeigen alle Einbaue in ihrer Umgebung starke bis sehr starke Anomalien bezüglich Silber, Blei und Zink. ...."

"Mehrere ... Störungen .... dürften die Erzzufuhr ermöglicht haben...... Von allen Bearbeitern.... die große Pölstalstörung ....als Hauptlieferant der Erzlösungen angesehen wird."

"Die Baue VI zeigen teilweise große Halden und vor allem sehr hohe Silberanomalien im gesamten Bereich. Es ist umso verwunderlicher, daß in der Literatur über diese Baue, die vielleicht einmal einen beachtlichen Anteil der Silberproduktion des Oberzeiringer Revieres lieferten, nichts zu finden ist."

Weiters berichtet P. Walser über die starken Silberanomalien aus den anderen ehemaligen Unterzeiringer Schürffeldern.

Publikationen über das Erzrevier Oberzeiring-Möderbrugg

1. Berg- und hüttenmännische Monatshefte 1952 -
Band 97 Heft 1 und 2

Dr. Walter Neubauer bezeichnet Oberzeiring als antimonbetonte Lagerstätte mit einer steilen Lagerstättenwurzel. Weiters beschreibt er die Mineralabfolge anhand der Erzanschliffe des Haldenmaterials östlich von Oberzeiring wie folgt:

1. Zufuhr von Arsenkies, Gudmundit, Magnetkies und Pyrit 2. Bleiglanz und Zinkblende als Hauptminerale 3. Die jüngsten Nachschübe bilden Antimonit + Pyrargyrit + gediegenes Silber + Wolfsbergit ...... + Ankerit + Quarz

und berichtet weiter: "So scheint der sagenhafte hohe Silbergehalt der alten Gruben mehr im Auftreten des Pyrargyrit und aszendenten Silbers begründet ..."

Desweiteren schreibt Dr. Neubauer : "Alten Angaben zufolge soll der Silbergehalt der Zeiringer Bleiglanze lokal bis 4.000 g/t gestiegen sein. Es ist jedoch sehr fraglich, ob es sich hiebei um reinen Bleiglanz gehandelt hat" und erwähnt eine spektrographische Analyse der Oberzeiringer Zinkblende mit "Germanium 50 g/t, Gallium 300 g/t und Indium 10 g/t."
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Abschrift der Berg- und Hüttenmännischen Monatshefte 1952, Band 87, Heft 2, Seite 25 und 26. Zwecks Hervorhebung wichtiger Textpassagen wurden diese - abweichend vom Orginaltext - kursiv und fett gedruckt und Leerzeilen eingefügt.

Geologie der Blei-Zink-Silber-Eisen-Lagerstätte von Oberzeiring, Steiermark

verfasst von Dr. Walter Neubauer

Interessante Ergebnisse lieferten einige Erzproben, welche aus dem alten Haldenmaterial stammen und am Eingang des Ortes Oberzeiring aufgesammelt wurden. So glückte ein Fund einer faustgroßen Arsenkiesstufe mit quarziger Gangart. Im Auflichtmiskroskop ist zu ersehen, dass der Arsenkies – verwachsen mit Kupferkies – in streng idiomorpher Ausbildung im Quarz eingebettet liegt. Einer etwas älteren Bildungsphase scheint Pyrit anzugehören, da er vom Quarz deutlich korrodiert wird. Eine weitere Quarzgangart wird durch Einsprengungen von Gudmundit charakterisiert. Von Erzproben mit spätiger Gangart wurden mehrere Anschliffe hergestellt und mikroskopiert, wobei sich ein überaus feinkörniges Erzgemenge zu erkennen gab. Die Diagnostizierung der einzelnen Erzmineralien verdanke ich Herrn Dozent Dr. W. Siegl, Leoben, dem ich auch für anderweitige Hilfe bei der erzmikroskopischen Bearbeitung zu Dank verpflichtet bin.

Charkakteristisch für die zur Sprache stehenden Erze ist das Vorwalten gleichmäßigkörnigen, wenig verknitterten Antimonits, der stets innig mit reichlich Pyrargyrit verwachsen ist. Innerhalb dieses äußerst feinkörnigen Gemenges mit Korngrößen von einigen hundertstel Millimetern bis 0,3 mm, tritt gelegentlich durch büscheliges, subparalleles Wachstum ausgezeichneter Wolfsbergit hervor. Die starke Feinkörnigkeit der Stufen bringt es auch mit sich, dass Jamesonit und weitere Antimonsulfosalze wie Plagionit und Heteromorphit nicht sicher als solche zu identifizieren sind. Ihr Vorkommen ist jedoch sehr wahrscheinlich.

Bleiglanz und Kupferkies mit lappigen Verdrängungsrändern sind immer vorhanden, treten aber gegenüber den Sb-reichen Paragenesen stark zurück. Hingegen ist Gudmundit so häufig, dass er nie übersehen werden kann und seine Verdrängung durch Antimonerze zählt zu den klarsten Bildern dieser Art. Der älteren Mineralisationsphase gehören noch Pyrit und Markasit an, während Ankerit und etwas Quarz wieder jünger als die Antimonerze sind.
Mit dem Einbrechen dieser Antimonerze in die Lagerstätte wurde auch reichlich gediegenes Silber zugeführt. So konnte randlich mit Antimonit und Rotgültigererz verzahntes gediegenes Silber nicht selten beobachtet werden. Zementations- und Oxidationserscheinungen fehlen dem Haldenmaterial vollständig. Auf Grund dieses Untersuchungsbefundens lassen sich immerhin wertvolle Schlüsse über die Art der Silberführung in den alten Tiefbauen ableiten.

So scheint der sagenhaft hohe Silbergehalt der alten Gruben mehr im Auftreten Pyrargyrits und aszendenten Silbers begründet gewesen zu sein als im Vorhandensein einer ausgeprägten Zementationszone und im grossen Silbergehalt des Bleiglanzes.

Genetisches

Die spärlichen Erzproben, welche im vorangegangenen kurz beschrieben wurden, berechtigen immerhin gewisse Aussagen über die Genesis der Zeiringer Erzlagerstätte. So erkennt man anhand der hydrothermalen Paragenesen deutlich eine Sukzession, welche in mindesten drei Bildungsphasen aufgegliedert werden kann. Die älteste Phase und wohl auch die höher temperierte bildet die Arsenkiesphase mit Arsenkies, Gudmundit, Magnetkies, Kupferkies (?) und Pyrit. Die Stellung des Markasits ist fraglich. Dieser Mineralisation gehört eine vorwiegend quarzige Gangart als ungefähr gleichzeitige Bildung an. Nun folgt niedrigthermal der Absatz der die Lagerstätte charakterisierende Bleiglanz und der Zinkblende als Hauptminerale, untergeordnet scheiden sich Kupferkies, Bornit, Fahlerz, Bournonit und vermutlich auch Pyrit aus. Als Gangart dürften Karbonate (vor allem Siderit) vorherrschend sein. Die jüngsten Nachschübe bilden Antimonit, Pyrargyrit, gediegenes Silber, Wolfsbergit, Jamesonit, Plagionit, Heteromorphit, Ankerit und etwas Quarz.

Durch das Auftreten primärer Sb-reicher Paragenesen gewinnt Oberzeiring das Attribut einer antimonbetonten Lagerstätte. Das Vorkommen von Arsenkies beweist anderseits die engen Bande, die Oberzeiring in genetischer Hinsicht mit den güldigen Quarz-Arsenkiesen bei Pusterwald verbindet (auch in Oberzeiring soll der Goldgehalt lokal 5 g pro Tonne Hauwerk betragen haben). Analoge Beziehungen scheinen zu den Arsenerzlagerstätten von Kliening und Flatschach zu bestehen.

2. Archiv für Lagerstättenforschung in den Ostalpen, Band 6
darin schreibt DDr. J. G. Haditsch 1967 über das oben erwähnte Haldenmaterial (vom Osteingang der Ortschaft Oberzeiring):

" ... die mir vorliegenden Schliffe bestätigen das ....und läßt auch glaubhaft erscheinen, daß der seit altersher bekannte hohe Silbergehalt der Zeiringer Erze ........ mehr in der reichen Pyrargyrit (und gediegenen Silber) Führung .... begründet war".

Weiters erwähnt Haditsch das Erz Bournonit als wichtigen Silberträger und den Goldgehalt des Silbers sowie je vier Blei- Zink- und Kupfererz-Generationen und berichtet über die ehemalige Eisen- und Schwerspatgewinnung aus den Rücklässen oberhalb der Grubenwasserlinie.

Abschrift aus: Archiv für Lagerstättenforschung in den Ostalpen 6. Band 1967

Monographie der Zeiringer Lagerstätten;
verfasst von J.G.Haditsch

Seite 110 :
Sowohl aszendentes wie auch deszendentes Silber zeigen ein hohes Reflexionsvermögen und – besonders gegen den weißen Bleiglanz – einen deutlichen gelben Stich. Da die Flitter auch bei längerer Lagerung oder Bestrahlung unter dem Mikroskop nicht merklich nachdunkelten, kann es sich bei ihnen nicht um reines Silber, sondern nur um Legierungen mit Gold handeln.

Seite 146 :
Nach NEUBAUER (1952) zählt der Pyrargyrit zu den jüngsten, mit „Antimonit“ (= Boulangerit), gediegenem Silber, „Wolfsbergit“ (= Boulangerit) usw. vergesellschafteten Nachschüben. Nach seinen Angaben – und die mir vorliegenden Schliffe bestätigen das – .... und lässt es auch glaubhaft erscheinen, daß der seit altersher bekannte hohe Silbergehalt der Zeiringer Erze ..... mehr in der reichen Pyrargyrit- (und ged. Silber-) Führung denn in einem hohen Silbergehalt des Bleiglanzes oder in einer mächtigen Oxidations- und Zementationszone begründet war.

 

 

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